Am Samstag, 4. Juli 2026, veranstaltete der Verein IG Zug zum fünften Mal den Friedensmarsch zum Gedenken an den Genozid von Srebrenica. Zahlreiche Menschen versammelten sich auf dem Landsgemeindeplatz in Zug, um gemeinsam der über 8’000 ermordeten bosniakischen Männer und Jungen zu gedenken und ein klares Zeichen für Frieden und Menschlichkeit zu setzen – gegen das Vergessen.
Der Marsch führte vom Landsgemeindeplatz dem Zugersee entlang bis nach Siebach. In einer Atmosphäre der Würde und Besinnung erinnerten die Teilnehmenden daran, dass Frieden niemals selbstverständlich ist und dass jede Generation die Verantwortung für Wahrheit und Gerechtigkeit neu übernehmen muss.
Ein besonderer Höhepunkt war die Anwesenheit von Husein ef. Cerić, dem ehemaligen Reisu-l-Ulema der Islamischen Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina. Gemeinsam mit unserem Imam, Hajrudin ef. Mujkanović richtete er bewegende Worte an die Anwesenden.
In ihren Ansprachen betonten sie, dass Srebrenica nicht nur ein Kapitel bosnischer Geschichte ist, sondern eine Mahnung an die gesamte Menschheit. Die Erinnerung an den Genozid verpflichtet uns, jeder Form von Hass, Ausgrenzung und Gewalt entschieden entgegenzutreten. Zugleich dürfe das Gedenken an Srebrenica niemals bedeuten, andere Opfer zu vergessen. So wurde auch der Millionen Opfer des Holocausts während des zweiten Weltkriegs gedacht, ebenso aller Menschen, die heute unter Krieg, Vertreibung und schwersten Menschenrechtsverletzungen leiden – unter anderem in Gaza, in der Ukraine und in Myanmar. Jedes unschuldige Menschenleben besitzt den gleichen Wert. Mitgefühl, Gerechtigkeit und Menschlichkeit dürfen keine Grenzen kennen.
Dass der Friedensmarsch bereits zum fünften Mal stattfinden konnte, erfüllt den Verein IG Zug mit grosser Dankbarkeit. Was vor einigen Jahren begann, ist heute eine feste Tradition. Jahr für Jahr kommen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion zusammen, um gemeinsam ein Zeichen gegen das Vergessen und für den Frieden zu setzen. Diese Tradition möchten wir auch in Zukunft mit derselben Überzeugung weiterführen.
Ein solcher Anlass ist nur dank vieler engagierter Menschen möglich. Unser herzlicher Dank gilt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die mit ihrer Anwesenheit ein starkes Zeichen der Solidarität gesetzt haben, sowie allen freiwilligen Helferinnen und Helfern des Vereins IG Zug, die mit grossem Engagement zum Gelingen beigetragen haben.
Ein besonderer Dank gilt der Stadt Zug für ihre wertvolle Unterstützung und der Zuger Polizei für die Gewährleistung der Sicherheit. Ebenso danken wir herzlich dem Samariterverband des Kantons Zug, der für die medizinische Betreuung und das Wohl aller Teilnehmenden sorgte.
Möge die Erinnerung an Srebrenica uns stets daran mahnen, dass Schweigen niemals eine Antwort auf Unrecht sein darf. Das Gedenken an die Opfer verpflichtet uns, überall dort unsere Stimme zu erheben, wo Menschen verfolgt, entrechtet oder getötet werden. Nur durch Erinnerung, Wahrheit und gegenseitigen Respekt können wir gemeinsam eine friedlichere Zukunft gestalten.
Srebrenica darf niemals vergessen werden. Kein unschuldiges Opfer darf vergessen werden.
























































