Zakat und Hilfe für Bedürftige

Die Zakat gehört zu den fünf grundlegenden Säulen des Islam. Gemeinsam mit der Hilfe für Bedürftige (genannt Sadakat-al-Fitr), die im Monat Ramadan entrichtet wird, bildet sie einen zentralen Bestandteil der sozialen Verantwortung im Islam.

Beide Abgaben sind religiöse Pflichten und zugleich Ausdruck gelebter Solidarität. Sie stärken die Fürsorge für Bedürftige und tragen zur Förderung sozialer Gerechtigkeit innerhalb der Gemeinschaft bei.

Durch die Zakat und die Sadakat-al-Fitr reinigt der Muslim sein Vermögen und stärkt zugleich das Bewusstsein für Verantwortung gegenüber anderen. Auf diese Weise leisten diese Abgaben einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer solidarischen und menschlichen Gemeinschaft.

Was ist Zakat?

Die Zakat ist die verpflichtende Abgabe eines bestimmten Teils des Vermögens an diejenigen, denen sie nach dem Koran zusteht.

Sie wird auf Vermögen entrichtet, das den sogenannten Nisab erreicht und sich während eines vollständigen Mondjahres im Besitz einer Person befindet. Der Nisab bezeichnet die Mindestgrenze des Vermögens, ab der ein Muslim zakatpflichtig wird.

Die Zakat ist daher keine freiwillige Spende, sondern eine klar definierte religiöse Pflicht mit spiritueller, moralischer und gesellschaftlicher Bedeutung.

Weiter unten erfahren Sie, für wen die Zakat bestimmt ist.

Sadakat-al-Fitr

Die Sadakat-al-Fitr (Hilfe für Bedürftige) ist eine verpflichtende Abgabe, die im Monat Ramadan vor dem Bajramgebet entrichtet wird.

Im Unterschied zur Zakat, die an Vermögenswerte gebunden ist und einmal jährlich bei Erreichen des Nisab fällig wird, ist die Sadakat-al-Fitr eine personenbezogene Abgabe. Sie wird für jedes Familienmitglied entrichtet, sofern die finanziellen Mindestvoraussetzungen erfüllt sind.

Ihr Zweck besteht darin, das Fasten von möglichen Versäumnissen zu reinigen und gleichzeitig bedürftigen Menschen zu ermöglichen, das Bajramfest in Würde zu begehen. Sie hat daher sowohl eine spirituelle als auch eine soziale Bedeutung.

Die Höhe der Sadakat-al-Fitr sowie der Nisab für die Zakat wird vom Rijaset (dem höchsten Exekutivorgan der Islamischen Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina) durch Beschluss des Muftirates festgelegt.

Zakat und Sadakat-al-Fitr im Verein IG Zug

In unserer Gemeinschaft sind die Sammlung und Verteilung der Zakat sowie der Sadakat-al-Fitr transparent organisiert. Sie erfolgen im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen der Schweiz sowie den Regelungen der Islamischen Gemeinschaft der Bosniaken in der Schweiz (IZBCH).

Alle Zahlungen erfolgen über offizielle QR-Einzahlungsscheine unseres Vereins. Diese werden den Mitgliedern jeweils zusammen mit dem Ramadanschreiben und dem Aktivitätenplan für den Monat Ramadan zugestellt.

Auf diese Weise gewährleisten wir Transparenz, eine verantwortungsvolle Mittelverwendung und eine gezielte Unterstützung der Menschen, die Hilfe am dringendsten benötigen.

Für wen ist die Zakat und Sadakat-al-Fitr bestimmt?

Zakat und Sadakat-al-Fitr dienen der gezielten Unterstützung von Menschen, die sich in finanzieller, sozialer oder existenzieller Not befinden.

Sie sollen Armut lindern, schwierige Lebenssituationen überbrücken und dazu beitragen, dass Betroffene ihre Lebenssituation stabilisieren und ein würdiges Leben führen können. Damit sind sie nicht nur individuelle religiöse Pflichten, sondern auch ein konkreter Beitrag zur sozialen Verantwortung.

Die Unterstützung richtet sich grundsätzlich an Bedürftige und ist nicht von Religionszugehörigkeit, Herkunft, Nationalität, kulturellem Hintergrund oder sozialem Status abhängig. Entscheidend ist allein, ob eine reale Notlage besteht. Wer Hilfe benötigt, soll Unterstützung erhalten.

In diesem Sinne verstehen sich Zakat und Sadakat-al-Fitr als Ausdruck gelebter Menschlichkeit und als Beitrag zu einer solidarischen Gesellschaft. Sie stärken das Verantwortungsgefühl innerhalb der Gemeinschaft und erinnern daran, dass soziale Gerechtigkeit eine gemeinsame Aufgabe ist.

Verantwortung und Chance

Die Entrichtung von Zakat und Sadakat-al-Fitr verringert das Vermögen eines Menschen nicht, sondern reinigt und vermehrt es auf eine Weise, wie es Gott verheisst.

Im Islam wird gelehrt, dass Wohlstand kein Selbstzweck ist, sondern eine Verantwortung. Er soll zum Guten eingesetzt werden – zur Unterstützung Bedürftiger und zum Aufbau einer gerechten und solidarischen Gesellschaft.

Wir ermutigen unsere Mitglieder, diese religiöse Pflicht bewusst, verantwortungsvoll und mit aufrichtiger Absicht zu erfüllen.