Geschichte des Vereins IG Zug
Unsere Gemeinschaft wurde am 10. Oktober 1991 gegründet - in einer Zeit, in der viele Menschen aus Bosnien und Herzegowina in die Schweiz kamen und auch im Kanton Zug eine religiöse und kulturelle Heimat suchten. Von Beginn an verstand sich unsere Gemeinschaft als Ort der Begegnung, der spirituellen Unterstützung und der Bewahrung religiöser und kultureller Identität im neuen gesellschaftlichen Umfeld.
Die Gründung wurde von einer engagierten Gruppe von Gläubigen getragen. Erster Imam der Gemeinschaft war Jasmin ef. Demić, der dieses Amt von der Gründung bis Ende 2018 ausübte und das religiöse Leben der Gemeinschaft über viele Jahre prägte.
Schon in den ersten Jahren entwickelte sich eine klare Ausrichtung: den Glauben, die Sprache und die kulturellen Wurzeln zu bewahren und sich gleichzeitig aktiv und verantwortungsbewusst in das gesellschaftliche Leben der Schweiz einzubringen.
Frühe Zeit und Herausforderungen
In den ersten Jahren stand unsere Gemeinschaft, wie viele Gemeinschaften in der Diaspora, vor zahlreichen Herausforderungen. Die Aktivitäten fanden zunächst in gemieteten Räumlichkeiten statt und waren oft mit Standortwechseln sowie begrenzten finanziellen Mitteln verbunden.
Trotz dieser Umstände entwickelte sich die Gemeinschaft dank des starken Engagements und der Solidarität ihrer Mitglieder stetig weiter. In dieser Phase wurden wichtige Grundlagen gelegt, insbesondere im Bereich der religiösen Bildung, der Jugendarbeit sowie des gemeinschaftlichen Zusammenhalts.
Zeit der Solidarität und des humanitären Engagements
Während der Kriegs- und Nachkriegsjahre in Bosnien und Herzegowina spielte unsere Gemeinschaft eine besonders wichtige Rolle für viele Menschen. Sie wurde zu einem Ort der Unterstützung, der Solidarität und des gegenseitigen Beistands.
Neben den regulären religiösen Aktivitäten wurden zahlreiche humanitäre Aktionen organisiert, Hilfssammlungen durchgeführt und Informationsveranstaltungen angeboten. Auch Beratungen und Unterstützung für Familien gehörten zu den wichtigen Aufgaben dieser Zeit.
In dieser Phase festigte sich die Gemeinschaft als wichtige Stütze für ihre Mitglieder.
Eigene Räumlichkeiten und neue Entwicklungsphase
Ein entscheidender Meilenstein in der Geschichte unserer Gemeinschaft war der Erwerb eigener Räumlichkeiten.
Die Initiative dazu wurde im Monat Ramadan 2004 gestartet. Am 10. Oktober 2004, symbolisch am Jahrestag der Gründung, fasste die Gemeinschaft den Beschluss zum Kauf.
In den folgenden Monaten fanden zahlreiche Sitzungen und Versammlungen statt, bei denen die Mitglieder ihre breite Unterstützung für dieses bedeutende Projekt zum Ausdruck brachten. Dank des starken Zusammenhalts und der finanziellen Unterstützung vieler Mitglieder konnte der Vorvertrag am 11. November 2004 unterzeichnet werden.
Am 21. Januar 2005, am zweiten Tag des Kurban Bajram, wurde der endgültige Kaufvertrag abgeschlossen.
Seit dem 1. Februar 2005 ist unsere Gemeinschaft Eigentümerin ihrer Räumlichkeiten in Steinhausen. Damit begann eine neue Phase stabiler und kontinuierlicher Entwicklung.
Stabilität, Wachstum und Offenheit
Mit eigenen Räumlichkeiten erhielt unsere Gemeinschaft einen festen Ort für das religiöse und gemeinschaftliche Leben. Hier finden heute unter anderem die täglichen Gebete, das Freitagsgebet, der Mekteb-Unterricht, Tarawih-Gebete sowie Bajram-Feiern statt.
Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Gemeinschaft zu einer stabilen Institution mit einem starken Fokus auf die religiöse Bildung von Kindern und Jugendlichen, die Pflege der bosnischen Sprache und Kultur sowie die Stärkung der Familien.
Gleichzeitig wurde auch die Zusammenarbeit mit lokalen Institutionen und anderen Religionsgemeinschaften kontinuierlich ausgebaut.
Kontinuität und heutiges Wirken
Nach der langjährigen Amtszeit von Jasmin ef. Demić übernahm im Mai 2019 Hajrudin ef. Mujkanović das Amt des Imams.
Unter seiner Leitung setzt unsere Gemeinschaft ihre Entwicklung fort und stärkt weiterhin die religiösen, bildungsbezogenen und gesellschaftlichen Aktivitäten - mit besonderem Fokus auf Jugendarbeit, Bildung und Zusammenarbeit mit der Gesellschaft.
Heute ist unsere Gemeinschaft in Steinhausen eine stabile und anerkannte Institution in der Zentralschweiz. Sie ist nicht nur ein Ort des Gebets, sondern auch ein Zentrum des religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens.
Die Vision der Gründung aus dem Jahr 1991 lebt damit bis heute weiter.

